Nicht nur unter den Christen in Deutschland ist das Weihnachtsfest eine fest verankerte Tradition im Jahreskreis. Die Vorbereitungen für Weihnachten beginnen schon mit dem ersten Advent, vier Wochen vor Weihnachten. Es werden Weihnachtsplätzchen gebacken, Geschenke gebastelt, gekauft und verpackt und man freut sich auf das Christkind. Rund um die Adventszeit gibt es in Deutschland noch viele Bräuche und Traditionen.

Advent – Erwartung und Vorbereitung

Der Adventskranz

Der Adventskranz ist traditionell ein Tisch- oder Hängekranz, der aus Fichte oder Tanne gebunden ist und mit vier roten Kerzen und roten Bändern dekoriert ist. Heute gibt es viele Variationen des Adventskranzes in verschiedenen Farben und mit verschiedenen Dekorationen. Auch das Adventsgesteck ist heute sehr beliebt und ist eine Form des Adventskranzes, die nicht mehr in Kranzform gehalten ist. Eines haben all diese Variationen jedoch gemeinsam: Sie verfügen über vier Kerzen.

Am ersten Adventssonntag versammelt sich die Familie rund um den Adventskranz und die erste Kerze wird angezündet. Dabei werden oft Advents- und Weihnachtslieder gesungen. In der darauffolgenden Woche kann die Kerze jeden Abend angezündet werden. Genauso geht es in den folgenden Adventswochen weiter, wobei ab dem zweiten Adventssonntag zwei Kerzen erglühen, ab dem dritten drei und ab dem vierten vier. So wird das Licht, das uns bis Weihnachten begleitet, immer heller. Wenn vier Kerzen brennen, wissen die Kinder, dass das Christkind nun bald kommt. Neben dem gemeinsamen Singen werden oft auch Weihnachtsgeschichten vorgelesen oder Gedichte vorgetragen. Am Heiligen Abend werden die Kerzen am Adventskranz zum letzten Mal angezündet.

Der Adventskalender

Der Adventskalender zählt die Tage vom ersten Dezember bis zum Heiligen Abend. Diese Tradition ist noch nicht so alt wie etwa der Adventskranz. Normalerweise besteht der Adventskalender aus einer flachen Schachtel oder doppeltem Karton mit vierundzwanzig nummerierten Türchen. Hinter jedem Türchen ist ein Bild und oft auch ein Stück Schokolade verborgen. Jeden Morgen dürfen die Kinder ein Türchen am Adventskalender öffnen. Heute gibt es auch andere Variationen dieses Adventskalenders, die nachhaltiger und gesundheitsbewusster sind. Sie haben etwa vierundzwanzig Säckchen, die jedes Jahr neu mit kleinen Schätzen, Spielzeug oder Süßigkeiten gefüllt werden können. Es können auch kleine Spiele in den Säckchen versteckt werden, die von der ganzen Familie gespielt werden. Zum Beispiel Kartenspiele sind eine beliebte Wahl in den Ferien, die ja auch schon kurz vor Weihnachten beginnen.

Der Nikolaus kommt

Am sechsten Dezember ist Nikolaustag. Um diesen Heiligen gibt es viele Legenden und er war der Sage zufolge ein großzügiger Bischof, der den armen Leuten und insbesondere den Kindern half. Sankt Nikolaus ist einer der beliebtesten christlichen Heiligen und er ist der Schutzpatron der Kinder. Er steht auch als eines der Vorbilder für den heutigen Weihnachtsmann. Um ihn ranken sich einige vorweihnachtliche Bräuche.

In vielen ländlichen Gemeinden kommt der Nikolaus noch zu den Kindern ins Haus, manchmal mit seinem Helfer, dem Knecht Ruprecht, dessen finstere Gestalt im Gegensatz zum guten Heiligen Nikolaus steht. Knecht Ruprecht symbolisiert das gezähmte Böse, das im Dienst des Guten steht. Heute wird dieser finstere Geselle jedoch nicht mehr als zeitgemäß angesehen, da sich die Kinder vor ihm fürchten. Bei seinem Besuch fragt der Nikolaus die Kinder, ob sie auch brav gewesen sind. Er schlägt dabei in seinem großen goldenen Buch nach. Brave Kinder bekommen ein Geschenk aus seinem Sack.

Ein weiterer Nikolausbrauch besteht darin, dass die Kinder am Abend vor dem Nikolaustag ihre Stiefel vor die Tür stellen. Waren sie brav, so finden sie am nächsten Morgen Süßigkeiten, Orangen und Nüsse in ihren Stiefeln.